Markenbildung

10 Merkmale, die ein gutes Logo ausmachen

Ein gutes Logo ist für ein Unternehmen so wichtig wie das Gesicht für einen Menschen. Wir erkennen Menschen an Ihrem Gesicht. Es erlaubt uns Rückschlüsse auf Persönlichkeit und Charakter unseres Gegenübers. Und auch ob wir einen Menschen sympathisch oder unsympathisch finden, attraktiv oder unattraktiv, vertrauenswürdig oder bedrohlich hängt maßgeblich vom Gesicht ab.

Natürlich spielen dabei auch andere Faktoren wie Kleidung, Geruch, Körpersprache oder die Stimme eine Rolle. Aber das Gesicht ist der Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit. Unternehmen haben kein Gesicht. Sie haben jedoch ein Firmenlogo, das auf die vergleichbare Weise wirkt.

Es sollte daher nicht leichtfertig ausgewählt werden. Doch was macht ein richtig gutes Logo aus?

Einige grundlegende formale Kriterien findest du hier im Video in nur einer Minute zusammengefasst:

Aber lass uns noch etwas tiefer einsteigen: Hier sind 10 Tipps, die die bei der Auswahl des richtigen Logos werden.

1. Ein gutes Logo spiegelt die Persönlichkeit deiner Marke wieder

Dein Logo ist ein Symbol für alles, wofür dein Unternehmen steht. Es sollte daher auf keinen Fall ein Zufallsprodukt sein, das unüberlegt nach persönlichem Geschmack zusammengebastelt wurde. Ein gutes Logo beruht auf einer Idee, die deinen Markenkern transportiert: Deine Vision, Werte, Botschaft, Angebot und Zielgruppe sollten sich darin widerspiegeln.

Im Idealfall kannst du anhand des Firmenlogos deinen Mitarbeitern, Partnern und Kunden erklären, wofür die Marke steht. Bevor du einen Designer mit der Gestaltung deines Logos beauftragst, solltest du daher die Persönlichkeit deiner Marke klar festlegen. Mehr dazu erfährst du im Artikel Raus aus der Ähnlichkeitsfalle.

2. Ein gutes Logo hat Symbolkraft

In einem gut gestalteten Logo steckt eine Botschaft an den Betrachter: das kann eine Geschichte sein, eine Idee, vielleicht auch nur ein Gefühl. Die Wahl der Schrift, die Farben, die Form – jedes Gestaltungselement sollte bewusst ausgewählt sein, um diese Botschaft zu transportieren.

Das Apple Logo ist ein gutes Beispiel: Statt eines technischen Logos hat sich Apple für einen angebissenen Apfel entschieden. Der wirkt frisch, sympathisch, gewitzt, einfach und greifbar. Eben das, was Apple-Produkte ausmachen soll. Doch hast du dich schon mal gefragt, was ein Computerhersteller mit Äpfeln zu tun hat?

Das erste Apple Logo von 1976 gibt die Antwort: Es zeigte einen Holzschnitt von Isaac Newton unter dem legendären Apfelbaum. Angeblich gelang ihm dort der Geniestreich seiner Gravitations-Theorie, als ihm eine der reifen Früchte auf den Kopf fiel. Die Idee stammt von Apple-Mitgründer Ronald Wayne – denn Apple hat den Anspruch, dass mithilfe seiner Geräte weitere Geniestreiche gelingen.

Gutes Logo? Apple 1976 und 2014

Das erste Apple Logo von 1976

Das Holzschnitt-Logo kam aber nur sehr kurz zum Einsatz, da es massive Probleme mit Punkt 5 gab.

3. Ein gutes Logo ist ein Hinweis auf die Marke, keine Abbildung

Ein Logo repräsentiert Werte und Vision eines Unternehmens. Es ist daher immer ein wenig abstrakt und liefert nur einen Hinweis auf das, was dahinter steckt. Die besten Logos wecken beim Betrachter Assoziationen und ziehen dadurch Aufmerksamkeit auf sich. Logos, die einfach nur die Leistung des Unternehmens abbilden, wirken hingegen langweilig und sind wenig einprägsam.

Besonders Handwerker machen diesen Fehler gerne: gefühlt 90 % aller Maler verwenden einen Pinsel als Logo. Damit weiß zwar jeder, in welchem Handwerk der Meister arbeitet, aber die Chance sich abzugrenzen ist vertan.

4. Ein gutes Logo steht über kurzfristigen Trends

Ein Logo und der Aufbau einer Marke ist eine langfristige Investition (siehe Schritt für Schritt zur starken Marke). Dein Firmenlogo sollte auch in fünf oder zehn Jahren noch gut funktionieren. Verzichte daher möglichst auf modische Trends und Effekte.

Es ist normal, dass sich ein Logo mit der Zeit weiter entwickelt und verändert werden muss. Diese Zeiträume sollten aber sehr großzügig sein und die Anpassung aufgrund eines konkreten Anlasses oder Ziels erfolgen. Bei alten Marken lässt sich diese Entwicklung schön nachverfolgen, wie hier bei Mercedes Benz.

5. Ein gutes Logo ist in allen Medien einsetzbar

Ein wichtiger technischer Aspekt ist, dass dein Logo in sehr unterschiedlichen Medien einsetzbar sein muss. Heute mehr denn je. Diesen Anforderungen muss ein gutes Logo gerecht werden:

Vierfarbiger Druck (CMYK-Farben)

Broschüren, Flyer und sonstige Werbemittel werden normalerweise vierfarbig gedruckt. Aus den vier Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) werden alle anderen Farben gemischt. Bei Logos und Firmenfarben hat dies den Nachteil, dass der Farbton bei jedem Druckvorgang um einige Nuancen abweichen kann. Dafür ist dieses Druckverfahren am preiswertesten.

Druck in Sonderfarben (z.B. Pantone oder RAL)

Die Geschäftsausstattung (Visitenkarten, Briefpapier, Umschläge, etc.) druckt man häufig in Sonderfarben. Hier hat man eine einheitlichere Farbwirkung und man sieht kein Farbraster, wenn man den Druck genau betrachtet. Auch viele Werbemittel wie Kugelschreiber oder Luftballons werden in Sonderfarben bedruckt.

Darstellung des Logos am Bildschirm (RGB-Farben)

Während beim Druck Farbe auf Papier aufgetragen wird, werden am Bildschirm rotes, grünes und blaues Licht gemischt (RGB), um Farbe darzustellen. Am Bildschirm wirkt deine Logo-Farbe daher immer anders, als im Druck. Dein Designer sollte dir aber passende Dateien für beide Einsatzzwecke liefern, damit die Farbigkeit dennoch möglichst ähnlich wirkt.

Schwarz-Weiss (Fax, Stempel)

Faxgeräte sterben langsam aus, aber einen Stempel wirst du möglicherweise früher oder später brauchen. Auch auf farbigem Hintergrund wirkt ein rein weißes oder schwarzes Logo besser als ein farbiges. Achte deshalb darauf, dass dein Logo auch in einer reinen Schwarz-Weiss-Umsetzung noch funktioniert.

XXL- und Miniaturformat (Plakatwand, Kugelschreiber)

Gute Logos müssen sich an jedes Format anpassen. Auf einem Kugelschreiber sollte es immer noch erkennbar sein und die Form nicht zusammenlaufen. Genauso sollte dein Logo aber auch auf einer meterhohen Plakatwand noch gestochen scharf abgebildet werden können. Dazu benötigst du sogenannte Vektor-Daten. Im Gegensatz zu Pixel-Bildern lassen sich Vektor-Daten ohne Qualitätsverlust in jeder Größe abbilden:

Beispiel für Logo als Pixel und Vektor-Grafik

Im Gegensatz zu Pixel-Grafiken können Vektor-Daten unendlich vergrößert werden.

 

Quer-, Hoch- und quadratisches Format

Dein Logo kommt heute in mehr Medien denn je zum Einsatz. Es sollte daher auch Varianten enthalten, um in verschiedenen Formaten zu funktionieren: Im Querformat auf deiner Website, im Hochformat auf einem Roll-Up oder quadratisch in sozialen Netzwerken sind ganz übliche Anwendungen.

Beispiel für Skalierbarkeit eines guten Logos

Beispiel für Variabilität: Das Logo von Silicone Innovation ist in drei verschiedenen Darstellungen möglich.

6. Ein gutes Logo ist so einfach wie möglich, aber so komplex wie nötig

Das bedeutet, dass ein Logo möglichst minimalistisch gestaltet sein sollte, doch komplex genug um eigenständig und wiedererkennbar zu sein. Alles was darüber hinaus geht, macht dein Logo unnötig komplex und beeinträchtigt Punkt 7:

7. Ein gutes Logo ist einprägsam

Ein Logo sollte sich schnell einprägen leicht wieder zu erkennen sein. Ein guter Test ist, ob es sich schnell aus dem Gedächtnis nachzeichnen lässt. Wenn du dir die zeitliche Entwicklung bekannter Markenlogos ansiehst, wirst du feststellen, dass diese oftmals immer weiter auf das Wesentliche reduziert wurden.

Ein gutes Beispiel ist das Starbucks Logo mit der zweischwänzigen Meerjungfrau. Die ursprüngliche Version war sehr detailliert und nur schwer zu erfassen. Heute ist das Logo noch immer rechte detailreich, doch die lächelnde Nixe ist jetzt leicht wieder zu erkennen:

Starbucks Logo Entwicklung 

8. Ein gutes Logo ist nur der Grundstein eines überzeigenden Markenauftritts

Das Logo ist zwar der Grundstein deines Erscheinungsbildes zu einem überzeugenden Markenauftritt gehört aber noch wesentlich mehr. Viele Unternehmen machen den Fehler, dass sie ihre Werbemittel einzeln gestalten und keine Rücksicht auf das Gesamtbild legen:

Mal steht das Logo rechts unten, mal oben. Bilder werden aus allen möglichen Quellen zusammengetragen und bunt gemischt. Farben und Schriften werden eingesetzt, wie es gerade ins Format passt. Und gedruckt wird dort, wo es gerade am billigsten ist.

Ein solcher Auftritt wirkt leider sehr schnell unprofessionell. Was aus dem Willen zu Sparen entsteht, kostet Überzeugungskraft gegenüber dem Kunden. Und das Fehlen einheitlicher Richtlinien kommt auf Dauer häufig teurer, weil alles von Grund auf neu gestaltet wird. Zu einem professionellen Logo gehört deshalb auch ein Corporate Design Guide:

Hier sind nicht nur Schriften und Farben festgelegt. Es sollte auch Vorlagen für Broschüren, Anzeigen, Geschäftspapiere, Bilderwelt und alles andere enthalten, was im Unternehmen regelmäßig benötigt wird – sogar Vorgaben für die Papiere, auf die gedruckt wird.

Das erfordert initial einen wesentlich höheren Aufwand, rechnet sich jedoch auf Dauer. Zudem ergibt sich ein homogenes Erscheinungsbild, das über alle Medien wiedererkennbar ist. Die Firma präsentiert sich als Einheit – als Marke.

9. Ein gutes Logo wertet deinen Auftritt auf

Ich habe eben schon angesprochen, dass es unprofessionell wirkt, wenn dein Unternehmensauftritt nicht einheitlich gestaltet ist. Auch wenn du als Person überzeugend und vertrauenswürdig auf deine Kunden wirkst, kann eine billige und minderwertige Visitenkarte diesen Eindruck schnell trüben.

Doch statt nur das Negative zu sehen, stell dir lieber das Gegenteil vor:

Du präsentierst deine Leistungen einem möglichen neuen Kunden und alles wirkt wie aus einem Guss. Deine Visitenkarte ist auf hochwertigem Papier gedruckt und liegt griffig und schwer in der Hand. Deine Broschüre fügt sich nahtlos ins Bild und macht Freude beim Durchblättern. In einer eleganten und wirkungsvollen Powerpoint-Präsentation überzeugt jedes Detail von der Qualität deiner Leistungen.

Beispiel: Corporate Design von Silicone Innovation

Beispiel: Das Corporate Design von Silicone Innovation

Das ist nicht nur bloße Show, sondern zeugt nachdrücklich von Kompetenz und schafft Vertrauen.  Auch in dich selbst. Denn wenn du dich schon für den schlechten Druck deiner Preisliste aus dem Copyshop entschuldigen musst, wie willst du dann einen angemessen hohen Preis für dein sicherlich hervorragendes Angebot verlangen?

10. Dein gutes Logo macht dich stolz!

Ist das ein gutes Gefühl, so vor dem Kunden zu stehen? Ja, das ist es!

Darum ist es wichtig, dass Sie du nicht nur von deinem Logo, sondern deinem ganzen Unternehmensauftritt begeistert bist. Das Logo mitsamt dem dazugehörigen Corporate Design ist das Aushängeschild deines Unternehmens. Es ist dein Baby! Wenn du deine Visitenkarte überreichst sollte deine Brust vor stolz platzen.

Dein Logo ist nicht nur dafür da, deine Kunden zu überzeugen. Es muss auch dich und deine Mitarbeiter von der gemeinsamen Sache überzeugen. Erst dann ist es wirklich perfekt.

11. Entwickle nicht nur ein Logo – erschaffe eine Marke

In unserer vernetzten Welt, in der Anbieter per Mausklick verglichen werden können, ist ein professioneller und einzigartiger Auftritt wichtiger denn je. Doch das sollte nicht das einzige Merkmal sein, dass dein Unternehmen von deinen Wettbewerbern unterscheidet.

Entwickle eine echte Alleinstellung, die deine Marke im Kern von anderen unterscheidet. Deshalb möchte ich dich einladen, am 17. September 2019 in mein Live-Webinar zu kommen. Gemeinsam mit Mentaltrainerin Anicca Vogt gehen wir dem Mindset hinter einer starken Marke auf den Grund.

Melde dich hier kostenlos an:

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Gerne unterstütze ich dich natürlich auch persönlich bei der Entwicklung und Gestaltung deiner Marke (hier findest du mein Angebot).

Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn gerne in deinem Netzwerk. Natürlich freue ich mich auch über Kommentare, Ergänzungen und deine Erfahrungen im Umgang oder der Erstellung von Logos.

Lass uns die Welt verändern!

Unterschrift Matthias Barth

Matthias Barth
Markenentwickler & Designer

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