Entrepreneurship

Durchhalten, bis der Arzt kommt? Drei Motivationstipps für Gründer

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Ein Gastartikel von Motivations-Coach Peter Reitz

Wie du als Gründer motiviert bleibst und auch bei „Unternehmerkrisen“ nicht gleich schlappmachst. Drei Tipps, die du sehr schätzen wirst!

Du hast im Vorfeld deine Gründungsidee gecheckt und die Mitbewerber sondiert? Du hast einen Businessplan erstellt bzw. erstellen lassen und schon belastbare Zahlen für deine Unternehmung? Du hast möglichst wenigen Leuten von deinem Vorhaben erzählt, um unnötige Besserwisser, Dummschwätzer und Neider von dir fernzuhalten?

Dann steht der Gründung nichts im Wege und ich beglückwünsche dich zu Deinem Vorhaben, in die Selbstständigkeit zu gehen. Viele träumen davon, den langweiligen (Büro-) Job hinter sich zu lassen, die lästigen Kollegenfratzen nicht mehr jeden Tag sehen zu müssen und das eigene Ding, die eigenen Ideen umzusetzen! Du siehst dich schon als dein eigener Chef, siehst dich eigene Projekte verwirklichen, gutes Geld verdienen und hast nur glückliche Kunden! Viele träumen davon, aber du willst diesen Schritt jetzt gehen.

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Den Geist des Aufbruchs und der Möglichkeiten spüren, das Brennen für die eigene Idee – das ist der Stoff, aus dem die Träume des Unternehmers gesponnen werden! Damit es aber nicht bei einer bloßen „Spinnerei“ bleibt, ist mutiges Handeln gefragt. Gerade am Anfang wird dich diese Energie und Leichtigkeit des Aufbruchs zu deinen Taten antreiben und tragen!

Es wird Tage geben, da läuft es wie am Schnürchen und du wirst viele Erfolgserlebnisse haben, die dich anspornen. Türen werden aufgehen und du wirst immer neue Möglichkeiten sehen. Schwieriger wird es allerdings, wenn es „nicht so rund“ läuft und du Erfahrungen machst, die dich eher zurückwerfen und deine Motivation hemmen. Und ein andermal wiederum klappt irgendwie gar nichts. Keine Anfrage, alles dauert ewig lange und man möchte sich am liebsten ins Bett legen und die Decke über den Kopf ziehen, um den quälenden Gefühlen zu entkommen. Glaube mir, ich weiß wovon ich spreche … Auch ich hatte Durststrecken und es gab Momente, da wollte ich am liebsten alles hinschmeißen.

(Das kann ich nur unterschreiben – siehe mein Bericht über mein 2. Jahr – Matthias)

Tipp 1: Führe ein Erfolgsjournal

Sehr geholfen hat mir in der Zeit der Gründung das Führen eines „Erfolgsjournals“. In dieser Zeit habe ich abends immer eingetragen, was mir gut gelungen ist und was ich gut gemacht habe. Aber auch positive Begebenheiten, Begegnungen, schlichtweg Kleinigkeiten, die ich als angenehm und bereichernd empfand, haben dort ihren Platz gefunden. Am Anfang ist mir noch nicht viel eingefallen, was auch irgendwie frustrierend war. Im Laufe der Zeit aber (schon nach 1-2 Wochen) wurden die Buchseiten immer angefüllter mit Stichworten. Nach vier Wochen war es bereits so, dass ich tagsüber oftmals Erfahrungen machte, bei denen ich gleich dachte: „Mensch, das kann ich heute Abend wieder in mein Erfolgsjournal schreiben“.

Somit wuchsen die „positiven Erlebnisse“ und ich gewann sehr viel mehr Selbstvertrauen. Durch meine positive Ausstrahlung und das Anpacken erreichte ich ganz andere Menschen und traute mir auch viel mehr zu. Ich erkannte Chancen und bekam ganz andere Aufträge. Daran denke ich gerne zurück. Ich kann mich auch noch an die ersten „zaghaften“ Einträge und den Beginn meiner Selbstständigkeit erinnern. Dort stand so etwas drin wie: Nach dem Mittagessen einen Spaziergang gemacht – abends eine Kerze angezündet und damit meine Gedanken beruhigt – Jürgen angerufen und mich mit ihm zum Kino verabredet.

Das mögen „banale Dinge“ sein, für mich waren sie wichtig, um meine Aufmerksamkeit auf positive Dinge zu lenken. Später standen natürlich auch andere Dinge darin wie z. B.: Angebot XY erstellt, schwieriges Telefonat mit YZ geführt – mich für die Weiterbildung XX entschieden usw. Meine Erfolgsjournale waren ganz einfache Buchkalender, in die ich abends meine Highlights des Tages eingetragen habe. Die Form ist aber nebensächlich. Das Entscheidende ist die Regelmäßigkeit, mit der du Positives einträgst: Dies wird dein Selbstvertrauen stärken und dein Gefühl für kompetentes Handeln enorm steigern. Denke immer daran: Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das wächst – alte Coachingweisheit. 😉

So klappt auch dein Start in die Selbständigkeit

Tipp 2: Suche dir positive Unterstützer

Vielleicht bist du mit deiner Entscheidung für die Selbstständigkeit noch „recht frisch“. Möglicherweise weißt du auch noch nicht so ganz, wohin die Reise geht bzw. die Ausrichtung deiner (neuen) Tätigkeit ist noch flexibel. In diesem Stadium plagen dich vielleicht auch manchmal Zweifel oder Ängste, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Eine gute Nachricht: Das wäre normal und du wärest nicht der oder die einzige damit. Gerade am Beginn strebt man zwar nach dem „Neuen“, gibt aber auch eine (finanzielle) Sicherheit auf. Insbesondere in diesem Zustand einer inneren Unsicherheit ist man verletzlich oder gar leicht beeinflussbar für negative Kritik. Vielleicht kennst du diese Leute auch, die für alles einen passenden Rat, die ultimative Lösung und die richtige Herangehensweise haben, aber nie den Mut, die eigenen (schlauen) Ratschläge wirklich in die Praxis umzusetzen.

Wenn du also darauf brennst, möglichst vielen Leuten von deiner genialen Geschäftsidee zu erzählen, übe dich in Geduld. Suche dir die Menschen, die dich selbst bei einem Misserfolg unterstützen würden. Vielleicht hast du auch Freunde, Bekannte oder Verwandte, die sich erfolgreich in die Selbstständigkeit begeben haben und wissen, dass man als Unternehmer gerade am Anfang positiven Input braucht. Deren Gesellschaft suche auf und lerne, was diese antreibt und sie erfolgreich macht. Ich mache es immer wie das Huhn: Erst legen, dann gackern. Wenn du bereits erste Erfolge und dich „gesettelt“ hast, werden auch „negative Kritiker“ dir nichts mehr anhaben können.

Tipp 3: Lerne aus deinen Fehlern

Vielleicht die „schwerste Lektion“: Sicher unterlaufen dir bei deiner Arbeit auch Fehler oder du merkst, dass du dich mit deinem Handeln in eine Sackgasse manövriert hast. Das ist im Grunde gar nicht tragisch, solange du dies bemerkst und dann beherzt gegensteuerst bzw. umdrehst. So kannst du auch aus vermeintlichen „Niederlagen“ eine Menge lernen, wenn du für dich und dein Unternehmertum die richtigen Schlüsse ziehst und dies als „Teilziel“ betrachtest. Und ein „Teilziel“ bzw. eine Erkenntnis gewonnen zu haben, wäre wieder ein willkommener Anlass für das Erfolgs-Journal. Du weißt bereits, dass das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wächst. Wo liegt dein Fokus?

Portrait: Motivationscoach Peter ReitzMehr von Peter Reitz

Seit gut 20 Jahren bin ich freiberuflich/selbstständig tätig und arbeite als Coach und Trainer in der Nähe von Frankfurt am Main. Dort betreibe ich auch zwei Aus- und Weiterbildungsinstitute im Bereich Coaching, Training und Psychotherapie: Die change active AKADEMIE und das ICK – Institut für Coaching & Kompetenz (zusammen mit Christiane Richter aus Berlin). In 2016 ist unser erstes Buch „Jetzt werde ich Coach!“, im Beltz-Verlag erschienen.

 

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Titelbild: iStock Images

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Sehr interessanter Artikel! Ich finde besonders Hilfreich die Sache mir dem Erfolgsjournal. Ich führe selber auch eins und wenn ich mal einen Durchhänger habe, dann schaue ich da mal kurz rein. Es ist erstaunlich wie viel man dann doch immer so schafft!

    Nochmal: Klasse Artikel!

    Liebe Grüße

    Tim

    Antworten
  • Danke Tim, ich freu mich wenn der Artikel dich angesprochen hat!
    Ich hoffe, deine Erfahrung mit dem Erfolgsjournal macht anderen Mut,
    das mal auszuprobieren.
    Lieber Gruß, peter

    Antworten
  • Lieber Peter, die ‚positiven Unterstützer‘ – super wichtig! Breit gefasst: Partner, Familie, Freunde (die sich schon gerne mal vernachlässigt fühlen, ich weiß wovon ich rede.. 😉 davon in Kenntnis setzen, dass die Selbständigkeit in den ersten Jahren enorm fordernd ist. Sie der Liebe versichern, aber auch tatsächlich um ihr Verständnis persönlich ansuchen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht – und diese wichtigen Menschen fühlen sich dann zwar eingeweiht und involviert, aber auch nicht permanent gefordert, hier ‚ungefragt‘ mit Rat aktiv zu werden.. Ansonsten fernhalten von a) den ewigen Pessimisten b) den ewigen Nörglern c) den Besserwissern d) aber auch von den Verführern, die uns alles schön reden wollen. Ein konstruktiver echter Unterstützer zeigt sich oft im Verlauf der Tätigkeit, wenn wir offen sind und, ja, den Kontakt suchen. Er kristallisiert sich heraus, denn er gibt genau so viel ‚Rückenwind‘ wie man gerade benötigt, um nicht zurück- oder umzufallen, ist positiv ehrlich,, wenn man ihn fragt, ist er da, und er hält sich ansonsten liebevoll im Hintergrund. Er ist Gold wert 🙂 Allen, die das lesen, viel Erfolg ,mit der Selbständigkeit, es lohnt sich.. und jeder findet dabei auch seinen ganz persönlichen Unterstützer.. irgendwann: wird man dann selbst einer 🙂 und genießt es.

    Antworten
  • Ganz wichtig finde ich den Punkt der „persönlichen Unterstützer“. Diese können das eigene Business unheimlich pushen, gerade wenn man selbst noch eher schüchtern und nicht so selbstbewusst ist.
    Und dass man erstmal machen sollte, bevor man es groß den größten Kritikern erzählt, die einen eh nur nieder machen wollen, da kann ich nur zustimmen!!

    Antworten

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