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Risiko Existenzgründung: Warum Sicherheit eine Illusion ist, die dich Glück, Geld und Entwicklungschancen kostet

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Da war es wieder. Dieses beklemmende Gefühl, das in uns Deutschen so sehr verankert zu sein scheint, dass sich sogar international ein fester Begriff dafür etabliert hat: die German Angst. Gemeint ist unsere weit verbreitete Risikoaversion und Sehnsucht nach Sicherheit und Ordnung.

Sicherheit im Job. Roman Kmenta hat sie letzte Woche kurz angesprochen, als es um die Frage ging, ob Selbstständige mehr verdienen als Angestellte. Prompt habe ich wieder E-Mails zum Thema Risiko Existenzgründung erhalten. Wie auch schon vor ein paar Wochen, als ich zum Einjährigen von Startworks prophezeit habe, dass im Zuge der Digitalisierung in Zukunft mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen werden – oder müssen.

Was ist heute überhaupt noch sicher?

Das Thema Sicherheit beherrscht unser Denken seit Jahrzehnten. Die Generation unserer Eltern und Großeltern hat uns einen Lebensstandard hinterlassen, der seinesgleichen sucht. Wir haben es uns darin bequem gemacht. Und nichts scheint uns mehr Angst zu bereiten, als davon auch nur ein bisschen was abgeben zu müssen.

Norbert Blüm hängt sein Versprechen „Die Rente ist sicher“ bis heute nach (obwohl er nicht der erste war, der diesen Satz gesagt hat). Sicher scheint heute nur, dass sie nicht reichen wird. Aber anstatt einfach privat vorzusorgen – was man von einem so wohlhabenden Volk wohl erwarten kann – machen es viel zu wenige. Stattdessen wird gejammert und nach Vater Staat geschielt.

„Die deutschen Atomkraftwerke sind sicher“, hieß es im Herbst 2010, als die Bundesregierung die Restlaufzeiten der deutschen Meiler großzügig verlängerte. Ein halbes Jahr und die Katastrophe von Fukushima später konnte es unter Kanzlerin Merkel plötzlich gar nicht mehr schnell genug gehen sie abzuschalten. Ich bin kein Fan von Atomkraft, aber dieser plötzliche Sinneswandel war dumm und teuer. Bis auf leichten Spott hat sich aber kaum jemand an den Milliarden gestört, die da verbrannt wurden. Es ging ja um Sicherheit.

„Der Euro ist so sicher wie die D-Mark“, wurde uns einst versprochen. Nach sieben Jahren Euro-Krise hat man sich irgendwie daran gewöhnt, dass diese Aussage wohl etwas optimistisch war. Den Euro zu stabilisieren, hat viel Geld gekostet – und wird noch weiter viel Geld kosten, auch wenn das Gejammer groß ist. Wer geglaubt hat, ein Jahrhundertprojekt wie die Einheit Europas gäbe es geschenkt, glaubt wohl auch noch an Märchen. Sicherheit kostet.

Und ganz aktuell müssen wir mit ansehen, wie sich mancherorts in Deutschland ein braunes Pack formiert, um Hetze und Terrorismus gegen Flüchtlinge zu betreiben. Sie verstecken sich hinter der Fassade von „besorgten Bürgern“, denen es um ihre Sicherheit geht. Wovor sie Angst haben, wissen sie selbst nicht, außer dass wir „Weihnachten irgendwann in die Moschee gehen müssen“. Spätestens hier zeigt sich, dass Sicherheit auch gefährlich dumm sein kann.

Der Mythos vom sicheren Arbeitsplatz

Dennoch legen wir Deutsche auch beim Arbeitsplatz besonderen Wert auf Sicherheit. Eine Studie von Towers Watson ergab 2012, dass Sicherheit für die Deutschen bei der Wahl des Arbeitgebers sogar noch wichtiger ist als das Gehalt.

Klar, eine Festanstellung ist eine feine Sache. Für einen vertraglich vereinbarten Einsatz von Zeit bekommst du monatlich Geld auf dein Konto überwiesen. Egal, ob du in dieser Zeit effektiv gearbeitet oder heimlich meinen Blog gelesen hast. Aber die Sicherheit bei diesem Deal ist trügerisch.

Letztendlich gibst du damit die Verantwortung für deinen Lebensunterhalt nur an jemand anderen ab: deinen Chef. Was meinst du, welcher Arbeitsplatz sicherer ist, wenn es der Firma mal längere Zeit schlecht geht? Deiner oder der von deinem Chef?

Dafür muss das Unternehmen nicht einmal Verluste einfahren. Ein guter Freund von mir arbeitet bei Giesecke & Devrient, einem Familienunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern. Aktuell streicht G&D 950 Stellen aufgrund rückläufiger Gewinne. Mein Freund darf seinen Job behalten – dennoch hat die Stimmung im Unternehmen massiv darunter gelitten.

Ähnliches erlebt gerade auch meine Frau. Seit durchgesickert ist, dass ihre Abteilung bei der Allianz ins Ausland verlegt werden soll, ist die Unruhe groß. Und auch ich selbst habe in meinem alten Job erlebt, wie schnell eine Krise das Arbeitsklima in einer Firma ruinieren kann.

Das Schlimme an so einer Situation ist nicht die Unsicherheit. Es ist das Gefühl fehlender Kontrolle, das dich ausgeliefert macht. Was ist ein „sicherer Arbeitsplatz“ wert, wenn er dich hilflos macht?

Warum Sicherheit deine persönliche Entwicklung einschränkt

Ich kenne viele Menschen, die es sich in der Sicherheit ihres Angestellten-Jobs bequem gemacht haben. Oder noch schlimmer: die an Ihrem Job hängen, obwohl er sie ankotzt.

Trotzdem bleiben sie da. Weil sie 10+ Jahre Betriebszugehörigkeit nicht opfern wollen. Weil sie nur noch X Jahre durchhalten müssen, um endlich ein begehrtes Privileg zu ergattern. Oder weil sie sich an das dicke Gehalt gewöhnt haben und nicht auf einen Cent verzichten wollen.

Sie sind träge geworden und kommen mit ihrer Entwicklung nicht weiter. Jegliche Veränderung scheint mit einem unerträglichen Risiko verbunden zu sein. Sie haben Träume, die ihnen wichtig sind. Und doch fürchten sie sich vor den möglichen Steinen auf dem Weg, der sie dort hin führen würde. Lieber kämpfen Sie jeden Tag auf dem alten ausgetretenen Pfad, den sie hassen, aber den sie schon kennen.

Wenn es dir so geht, empfehle ich dir dringend im Blog von Markus Cerenak vorbeizuschauen und dir seinen kostenlosen 10-Schritte-Plan aus dem Hamsterrad herunterzuladen.

Ich will das Angestellten-Dasein nicht verteufeln. Ich kenne auch Menschen, die glücklich mit ihrem Job sind und ihn gern machen. Nachdem du diesen Artikel liest, glaube ich aber nicht, dass du dazu gehörst.

Warum Sicherheit Geld kostet

Zu großen Wert auf Sicherheit zu legen, behindert dich nicht nur in deiner Entwicklung. Es kostet dich auch richtig Geld.

Wie kann das sein? Viele bleiben schließlich des Geldes wegen in ihrem verhassten Job. Doch das ist sehr kurzfristig gedacht. Eine der wichtigsten Regeln im Leben übersehen viele – dabei ist sie so wichtig, dass sie ab der fünften Klasse in jedem Schulbuch stehen sollte:

Sicherheit kostet Geld.
Ohne Risiko kein Gewinn.

Versicherungen wissen das und verdienen sehr gut mit der Risikoaversion der Menschen. Einige grundlegende Versicherungen sind wichtig im Leben. Die meisten sind jedoch blanker Unsinn.

Ein Freund hat mir am Wochenende erzählt, dass er als Selbstständiger 200 Euro im Monat für eine Versicherung zahlt, die ihm im Krankheitsfall 2400 Euro für jeden Monat zahlt, den er ausfällt. Als ich ihm vorgerechnet habe, dass sich die Versicherung nur lohnt, wenn er mindestens einen kompletten Monat im Jahr krank ist und er das Geld besser einfach zur Seite legt, ist er ganz schön ins Grübeln gekommen.

Doch wenn es um Geld geht, scheint vielen jedes Risiko zu groß. Lieber horten sie ihr Geld praktisch zinslos auf dem „Sparbuch“, wo es garantiert an Wert verliert, anstatt es zu investieren. Oder sie zahlen in undurchsichtige Rentenverträge ein, bei denen sie mindestens 93 Jahre alt werden müssen, um zumindest das eingezahlte Geld unverzinst wieder raus zu bekommen.

Wer eine Rendite erwartet, muss investieren.
Und investieren ist immer mit einem Risiko verbunden.

Auch ein Unternehmen zu gründen, ist ein Risiko. Du verzichtest auf dein festes Gehalt. Du machst Investitionen in der Hoffnung, dass sie sich auszahlen. Du startest bei null und musst dir alles Schritt für Schritt aufbauen.

Und es ist so gut wie sicher, dass du dabei Fehler machen wirst. Möglicherweise sogar eine richtige Bruchlandung, die dich eine Stange Geld kostet. Doch du wirst dadurch Erfahrungen sammeln, die du sonst nie gemacht hättest. Und die sich zu einem späteren Zeitpunkt auf oft unerwartete Weise auszahlen werden. Erst wenn du neue Herausforderungen aktiv suchst, wirst du entdecken, was alles in dir steckt.

Als Selbstständiger gewinnst du die Kontrolle über deinen Lebensweg., Als Angestellter haben andere die Kontrolle über dich. Denn eines ist sicher: Auch dein Chef macht Fehler, verschläft wichtige Entwicklungen oder setzt mal auf das falsche Pferd. Du bist diesem Risiko auch als Angestellter ausgesetzt. Mit dem Unterschied, dass er bei Erfolg die Rendite einfährt, dein Arbeitsplatz aber zuerst wackelt, wenn es schief geht.

Womit wir zum dritten wichtigen Punkt kommen:

Sicherheit kostet Glück

Der Inbegriff der Sicherheit ist bis heute die Verbeamtung. Als Staatsdiener sind dir Gehalt und Rente garantiert, du hast dich komplett unter den schützenden Umhang von Vater Staat gestellt. Für mich eine schreckliche Vorstellung!

Tagein tagaus derselbe Job und kaum Möglichkeiten sich zu entwickeln. Jahrzehntelanger beruflicher Stillstand, Monotonie und sich ewig wiederholende Aufgaben. 30 Tage Urlaub im Jahr, um auszubrechen. Die übrige Zeit ein kleines Rädchen im System.

Selbstständigkeit ist das genaue Gegenteil davon:

Da gibt es kein garantiertes Gehalt am Ende des Monats. Du verdienst nur, was du auch wirklich aus eigener Kraft erwirtschaftest. Das kann deutlich mehr sein, aber auch mal nichts. Trotzdem hast du dein Schicksal selbst in der Hand.

Wenn du die ersten eigenen Kunden hast und das erste Geld selbst verdienst, ist das ein berauschendes Gefühl von Freiheit und Kontrolle über dein eigenes Leben. Und mit der Zeit wirst du immer besser darin, was du tust. Und bekommst immer mehr Ideen, wie du dein Geschäft verbessern und ausbauen kannst.

Wenn es gut läuft, thronst du auf dem Gipfel des von dir geschaffenen Universums. Du blickst hinab auf das, was du geleistet hast.

Wenn etwas schief geht, ist es deine Verantwortung. Und du musst aus eigener Kraft den Karren wieder aus dem Dreck ziehen.

Beides gehört zum Erfolg dazu. Der Triumph genauso wie der Schweiß und die schmutzigen Hände. Beides zusammen bringt dir das Gefühl puren Glücks. Aus demselben Grund besteigen Menschen Berge, durchqueren Wüsten oder laufen einen Marathon.

Es ist das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Über sich hinaus gewachsen zu sein. Und die Kontrolle über sein Leben zu haben. Eine gewisse Grundsicherheit ist wichtig im Leben. Wenn deine Familie kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen hat, kannst du nicht glücklich sein. Aber über diese Grundabsicherung hinaus bringt Sicherheit kein Glück. Im Gegenteil: Sicherheit macht träge und unbeweglich.

Glück erreichst du, indem du Herausforderungen annimmst und meisterst.

Bevor du nun einen falschen Eindruck von mir bekommst:

Ich bin kein Risiko-Junkie!

Eigentlich bin ich sogar ein ziemlich zurückhaltender Typ. Ich gehe niemals ein Risiko ein, das ich zuvor nicht gründlich kalkuliert habe. Als ich den Entschluss gefasst habe, mich selbstständig zu machen, bin ich deshalb auch nicht zu meinem Chef gegangen und habe meinen Job hingeschmissen.

Ich hätte es machen können, unsere Sicherheiten wären mehr als ausreichend gewesen. Aber ich habe noch 9 Monate gewartet.

In dieser Zeit hat meine Frau nach ihrem Studium einen festen Job gefunden.
Ich habe meinen Plan ausgearbeitet und perfektioniert.
Wir haben noch mehr gespart, um mindestens ein Jahr ohne Einkommen auszukommen.
Erst dann habe ich ein freundliches Gespräch mit meinen Chefs gesucht und habe den Ausstieg gemeinsam vereinbart.

Nicht besonders aufregend, oder? Trotzdem habe ich mich ab dem Moment, als mein Entschluss feststand, zufriedener und ausgeglichener gefühlt. Weil ich in diesem Moment wieder die Kontrolle übernommen habe.

Wie gesagt: Ich mag auch keine Risiken. Aber wenn ich eine Chance sehe, schätze ich die Risiken ab, plane die nötigen Schritte und ziehe die Sache dann durch. Denn dann weiß ich, was schlimmstenfalls auf mich zukommt. Solange ich damit umgehen kann, ist alles gut.

Die einzige Sicherheit im Leben ist deine Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern.

Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Der einzige Schutz dagegen ist deine Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen. Und die solltest du stets trainieren, egal ob du dich für ein Leben als Angestellter oder Selbstständiger entscheidest.

Zum Abschluss habe ich dir einen Katalog an Fragen zum Umgang mit dem Risiko zusammengestellt, die ich mir damals gestellt habe, bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Du kannst dir die Liste hier als PDF herunterladen:

Download-PDFPDF herunterladen: Wie hoch ist das Risiko deiner Selbstständigkeit?

Wenn du dich selbst oder deine Familie noch davon überzeugen musst, ob dein Plan sicher ist, werden dir diese Gedanken hoffentlich helfen. Am Ende ist Sicherheit nur ein Gefühl, nichts Reales. Ein fester Arbeitsplatz kann dir dieses Gefühl geben. Aber wenn du das Gefühl hast, alle Risiken in Griff zu haben, wird das dir die gleiche Sicherheit geben. Wenn nicht noch mehr.

Ich freue mich auf deine Gedanken, Sorgen und Ideen zum Thema.
Und nächste Woche schauen wir wieder, wie du dein Geschäft voranbringst!

Lass uns die Welt verändern!

Unterschrift Matthias Barth

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich kann dir in Bezug auf Sicherheit nur zustimmen: Sicherheit kostet Geld. In den 18 Jahren meiner Tätigkeit als selbständiger Versicherungsspezialist und Vermögensberater habe ich allerdings sehr viele Tragödien erlebt und kann nur empfehlen, existenzbedrohende Risiken einfach durch Einwurf von Geld abzusichern. Ich erkläre das meinen Klienten so: Die Versicherungsprämien aller Versicherten kommen in einen Topf – und wir sind alle glücklich, wenn wir kein Geld aus diesem Topf benötigen, und bedauern die Personen, welche diese Geld wirklich notwendig haben – diesen stehen wir es gerne zu. Die Überlegungen zur Prämie deines Bekannten in der Berufsunterbrechungsversicherung sind sicher richtig – aber wenn du die Leistung von 2400.- EUR bei Ausfall seiner Arbeitskraft um nur 70.- EUR / Monat einkaufen kannst sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Denn bei einem schweren Unfall oder einer Krankheit wie z.B. Krebs kannst du vielleicht ein paar Monate nicht arbeiten können (wie ich es gerade selbst erlebe) – oder wollen – und das sollte dann nicht existenzbedrohend sein. Das kann natürlich auch anders gut abgefedert werden: Indem du das Geld für ein Jahr Leben auf einem Sparbuch hast. Dann stellt sich allerdings die Frage wie gut du abgesichert bist, wenn du deine Tätigkeit oder vielleicht gar keinen Beruf mehr ausüben kannst – aber auch dazu gibt es Strategien. So kann das Risiko gegen Geld einfach ausgelagert werden. Also gut überlegen und planen was sinnvoll und notwendig ist – und das kann sich auch mit der Zeit verändern – d.h. auch hier ist Kontrolle regelmäßig notwendig – z.B. ein Gespräch mit einem Versicherungsspezialisten jedes Jahr. Mien Tipp dazu: am besten gleich nach dem Steuerberatungstermin vereinbaren.
    Friedrich Stepan

    Antworten
    • Hallo Friedrich,
      das sind unangenehme Themen, mit denen sich die wenigsten gern beschäftigen. Berufsunfähigkeit kann jeden treffen – egal ob angestellt oder selbstständig. Hier muss jeder selbst entscheiden, welches Maß an Sicherheit er braucht und eine entsprechende Versicherung kann sehr sinnvoll sein, wenn die Kosten dafür in einer sinnvollen Relation stehen.
      Dass Sicherheit in dem Fall Geld kostet, dürfte den meisten Menschen bewusst sein. Auf den anderen Seiten kostet es aber auch Geld, wenn man sich nicht traut, seine Komfortzone zu verlassen und (kalkulierte) Risiken nicht aktiv annimmt. Ich glaube, dieses Bewusstsein fehlt vielen noch.
      Viele Grüße,
      Matthias

      Antworten
  • Wenn ich diesen Text lese, habe ich einen hohen Wiedererkennungswert in Bezug auf meine eigene Wahrnehmung als auch in Bezug auf die Wahrnehmung von Aussagen (ernsthaft) wohlwollender Mitmenschen (Frau, Eltern, Freunde usf.).

    Es hat sicherlich auch damit zu tun, dass Sicherheit ein Grundbedürfnis ist und man immer das Ziel verfolgt, sich abzusichern (z.B. über Versicherungen). So gibt es GmbHs bestimmt nicht, weil jeder mit seinem Privatvermögen haften möchte. Es gibt Gründerdarlehn und Fördermittel, weil kaum einer sein eigenes Geld oder auch seine Lebensleistung bzw. Ansehen verlieren möchte.

    Warum ist das so? Ganz einfach, weil man als Selbständiger in Deutschland (und möglicherweise auch in vielen anderen Ländern) enormen Hinternissen ausgesetzt ist.
    Man wird aus der Arbeitslosenversicherung katapultiert, wenn man nicht rechtzeitig Maßnahmen dagegen ergreift. Hingegen wird man so lang wie irgend möglich in der gesetzlichen Rentenversicherung gehalten.
    Steuervorauszahlungen dürfen von Finanzämtern veranschlagt werden, längst bevor der erste Euro verdient ist.

    Ist man erfolgreich, muss man teilen, ansonsten ist man unsolidarisch. Ist man erfolglos, dann ist man eben selber Schuld eine so riskante Entscheidung getroffen zu haben.

    Es gibt also schon gute Gründe, warum Oma, Onkel, Tanten, Eltern, Freund, Ehefrau und schließlich auch man mit sich selbst hart ins Gericht geht, ob man diesen Weg wirklich geht oder nicht … und dies aus einem einfachen Grund:
    Verlust von Vermögen, Ansehen und letztlich auch Selbstbestimmung kann der Preis für die Selbständigkeit sein –
    muss es aber zum Glück nicht!

    Antworten
    • Hallo Peter,

      freut mich, dass du dich darin wieder erkannt hast. Denn genau dafür habe ich den Text geschrieben: Für diejenigen, die noch Ihre Familie, Angehörigen und nicht zuletzt sich selbst überzeugen müssen. Diese Hürde sehe ich bei weitem schwerer, als die staatlichen Hindernisse.
      Der Staat könnte es Gründern sicher leichter machen – auf der anderen Seite kann sich jeder problemlos über die Spielregeln vorab informieren und sie lernen. Davon ist manches nervig und unnötig kompliziert, aber davon sollte sich niemand abhalten lassen. Auf der anderen Seite schafft der Staat auch ein sicheres Umfeld, in dem du dein Geschäft aufbauen kannst. Wir sind hier zum Glück nicht im wilden Westen, wo Gauner dich ausrauben und deinen Saloon zertrümmern können – und du darauf hoffen musst, dass irgendwann mal John Wayne vorbei reitet und sich die Kerle verknüpft. 😉 Wie gesagt: Sicherheit kostet.

      Liebe Grüße,
      Matthias

      Antworten
  • In der Welt der Finanzanlagen spricht jeder von Risikostreuung. Im Arbeitsmarkt setzt man alles auf eine Karte. Das kann nicht sicher sein. Die Frage kann man natürlich auch im Rahmen seines Unternehmensaufbaus weiter betrachten. Nehme ich den Großauftrag eines einzelnen Kunden an, der mich ein Stück weit abhängig macht? Oder verzichte ich im Sinne einer stabilen Entwicklung auf eine solche Chance…

    Antworten
  • Lesenswerter Artikel, den ich gerade auf FB eingestellt habe! 🙂

    Antworten
  • Toller Artikel! Sehr informativ. Deinen Blog finde ich sehr spannend und habe ihn auf die Liste gesetzt.

    Liebe Grüße,

    Jannik

    Antworten

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