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Gründer-Tipps, die in keinem Lehrbuch stehen
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Teil 3: Was ist deine Geschäftsidee wert?

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Was ist eine gute Geschäftsidee wert? Wenn du viele Stunden, Tage oder gar Monate in die Suche danach investiert hast, wird dir deine Geschäftsidee unendlich wertvoll vorkommen. Doch das ein sehr subjektiver Eindruck. Objektiv betrachtet muss ich dir leider sagen:

Selbst die besten Geschäftsideen sind nichts wert!

Gar nichts. 0,00 Euro. 

Unter Umständen sogar noch weniger. Denn je neuartiger und revolutionärer deine Geschäftsidee ist, desto größer ist auch das Risiko. Die Chance, dass sie sich als eine der besten Geschäftsideen der Welt erweist, ist minimal – die Gefahr, damit viel Geld zu verbrennen hingegen sehr groß. Durchaus möglich, dass ein potentieller Investor deiner vermeintlichen Goldidee daher sogar einen negativen Wert zurechnet. 

Die besten Geschäftsideen erkennt man immer erst im Rückblick

Zurzeit gibt es einen riesen Hype um das Thema Startups. Mich freut das, weil es viele großartige Geschäftsideen gibt, die es verdient haben, gefördert und ausprobiert zu werden. Die Tatsache, dass 90 % aller Startups scheitern, spricht aber für sich. Die übrigen 10 % schaffen es ebenfalls in den seltensten Fällen unter die besten Geschäftsideen und erreichen den legendären Einhorn-Status – also einen Wert jenseits einer Milliarde. 

Sogar viele vermeintliche Erfolgsgeschichten erweisen sich bei genauerem Hinsehen als Millionen-Gräber: Rocket Internet, Spotify, Tesla – sie alle haben bisher noch keinen Euro Gewinn gemacht. Besonders krass ist der Fall Twitter. Nach über zehn Jahren und vielen verbrannten Milliarden scheint es bisher noch immer keine Idee zu geben, wie das Unternehmen jemals profitabel werden könnte.

Welches wirklich die besten Geschäftsideen sind, zeigt immer erst die Zeit. Doch eines haben alle Geschäftsideen gemeinsam: Sie starten bei null. 

Was macht Geschäftsideen wertvoll?

Laut Fachliteratur und landläufiger Meinung gibt es messbare Indikatoren, die die besten Geschäftsideen auszeichnen. Dazu gehören:

  • Die Größe und Entwicklung des Marktes
  • Anzahl und Größe der Mitbewerber
  • Zufriedenheit der Kunden mit vorhandenen Lösungen
  • Innovationsgehalt und Einzigartigkeit der Geschäftsidee
  • Erreichbarkeit und Offenheit der Zielgruppe

Investoren achten sehr auf diese Rahmenbedingungen. Doch sie sagen leider herzlich wenig darüber aus, ob eine Geschäftsidee am Ende erfolgreich wird oder nicht. Selbst wenn du die Ideen mit den scheinbar besten Rahmenbedingungen recherchierst, ist das Ergebnis ernüchternd:

Auf eine relativ geringe Anzahl erfolgreicher Ideen kommt eine endlose Liste von Flops.

Deshalb achten Investoren noch viel mehr auf einen anderen Faktor: auf die Persönlichkeit der Gründer selbst. Und wie sehr sie an ihre eigene Idee glauben.

Denn am Ende gibt es nur einen Faktor, der wirklich etwas über den Wert deiner Geschäftsidee aussagt:

Eine Geschäftsidee wird umso wertvoller, je mehr Menschen daran glauben.

Am Anfang bist das im Zweifelsfall nur du. Ist dein Glaube stark genug, gelingt es dir auch, dein persönliches Umfeld zu überzeugen. Hier findest du Mitgründer, Partner oder Unterstützer. Gemeinsam gelingt es euch, die Idee weiterzuentwickeln und so einflussreiche Branchenkenner, einen Mentor oder jemanden von der Presse zu gewinnen. Vielleicht auch einen Investor, falls nötig. Und schließlich überzeugst du die wichtigsten Menschen, an deine Idee zu glauben: nämlich deine Kunden.

Und vielleicht glauben irgendwann genug Menschen an deine Idee, dass sie zu den besten Geschäftsideen auf diesem Planeten gehört. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Was bedeutet das für deine Geschäftsidee?

Deine wichtigste Aufgabe als Gründer besteht daher darin, andere Menschen von deiner Geschäftsidee zu überzeugen. Je mehr, desto besser! Leider empfiehlt dir die gängige Gründerliteratur oft das Gegenteil. Das Gründerlexikon gibt diesen gefährlichen und kontraproduktiven Rat:

„Haben Sie Ihre Geschäftsidee erst einmal gefunden und umfangreich geprüft, gilt es sicherzustellen, dass Ihnen niemand zuvorkommt. Sie selbst können dafür Sorge tragen, dass niemand von Ihrer Geschäftsidee erfährt.“

Kontraproduktiv ist dieser Rat, weil du damit den Wert deiner Geschäftsidee bei 0 Euro zementierst. Er ist sogar gefährlich, weil du damit dein Risiko dramatisch erhöhst. 

Viel zu viele Gründer werkeln im stillen Kämmerlein an ihren „besten“ Geschäftsideen. Sie glauben so fest an ihre Idee, dass sie panische Angst vor Nachahmern haben. Deshalb wollen sie damit erst an die Öffentlichkeit treten, wenn alles perfekt ist.

Doch wenn niemand sonst an deine Geschäftsidee glaubt, nutzt dir der Perfektionismus gar nichts. Das Risiko, komplett am Markt vorbei entwickelt zu haben, ist hingegen gewaltig. Im besten Fall hast du nur Zeit verloren. Vielfach ist bis dahin jedoch sehr viel Geld in die Idee geflossen – manchmal sogar so viel, dass ganze Existenzen auf dem Spiel stehen.

Wie groß ist die Gefahr durch Nachahmer?

Ich möchte die Gefahr durch Nachahmer nicht verharmlosen. Die besten Geschäftsideen finden immer Nachahmer. Das ist ein Fakt, mit dem du dich abfinden musst.

Doch in der Regel kommen Nachahmer erst, wenn bereits sehr viele Menschen an deine Geschäftsidee glauben. Denn Nachahmer scheuen das Risiko. Sie suchen nach erfolgreichen Ideen, die sie kopieren können, solange der Markt noch nicht gesättigt scheint. 

Daher ist die Gefahr minimal, dass jemand deine Geschäftsidee kopiert, solange sie noch nicht erprobt wurde. Sie rechtfertigt jedenfalls nicht das Risiko, das du eingehst, wenn du deine Geschäftsidee geheim hältst und nur wenige Auserwählte ins Boot holst. 

Was ist mit der einen großen Ausnahme?

Gerne verweisen Skeptiker an dieser Stelle auf Mark Zuckerberg und die Winkelvoss-Zwillinge. Letztere beauftragten einst Zuckerberg während des Studiums in Harvard damit, ihr soziales Netzwerk ConnectU für sie weiterzuentwickeln. Zuckerberg hat zwar zugesagt, aber nie geliefert – und stattdessen sein eigenes Netzwerk programmiert. Mit bekanntem Ausgang.

Mark Zuckerberg und die Gebrüder Winkelboss

(l) Mark Zuckerberg ((CC) Brian Solis, www.briansolis.com / bub.blicio.us / CC-BY)
(r) Cameron und Tyler Winkelvoss ((CC) cellanr@flickr.com / The Winkelvoss twinsCC-BY)

 

Dazu kann ich nur zwei Dinge sagen: 

  1. Die Geschäftsidee „eines sozialen Netzwerks“ war auch damals nichts weltbewegend Neues. Es gab bereits Myspace und andere Netzwerke. Die Idee selbst war wertlos. Erst die Milliarden Nutzer machten Facebook zu einer der besten Geschäftsideen aller Zeiten. Doch dieser Erfolg war alles andere als abzusehen.
  2. Es ist der Genialität Zuckerbergs zuzurechnen, dass er mit seiner Umsetzung der Idee so erfolgreich war. Die Gebrüder Winkelvoss wären dazu allein nicht in der Lage gewesen und mussten einen Partner für die Umsetzung gewinnen. Dass sie dabei gerade den Menschen eingeweiht haben, der sie nicht gebraucht hat, war unvermeidliches Pech.

Bemerkenswert an dieser Geschichte ist noch, dass die Gebrüder Winkelvoss ihre Idee nicht mit aller Kraft weiterverfolgt haben, nachdem Facebook ans Netz ging. Stattdessen haben sie sich darauf fixiert, juristisch gegen Zuckerberg vorzugehen. Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit, in dem sich schließlich beide Parteien auf eine Abfindung von 65 Mio. Dollar einigten. 

Warum haben sie nicht ihr eigenes Netzwerk vorangetrieben? Warum haben sie sich nicht dem Konkurrenzkampf gestellt, als Facebook noch klein und unbedeutend war? Über kurz oder lang wären so oder so Konkurrenten auf den Plan getreten. Mir scheint, sie haben selbst nicht an ihre Idee geglaubt und wussten, dass sie es nie so weit bringen würden.

Wie findest du Anhänger für deine Idee?

Der größte und wichtigste Fan deiner Idee bist du selbst als Gründer und Unternehmer. Von dir muss die Vision ausgehen, mit der du andere überzeugen willst. Deshalb ist es so wichtig, dass du dein Warum kennst und deine Vision glasklar vor Augen hast.

Und dann musst du dich von zwei Dingen trennen:

  1. Von der Angst, dass andere deine Idee stehlen könnten
  2. Und von deinem Perfektionismus in der Umsetzung

Rede stattdessen so viel wie möglich und mit so vielen wie möglich über deine Geschäftsidee. Du brauchst dazu keinen ausgearbeiteten Businessplan und auch keinen fertigen Prototypen. Eine Vision vermag genauso zu überzeugen. Gerade weil sie noch vage ist, können sich Menschen damit viel leichter identifizieren und ihre eigenen Ideen hineinprojizieren. Das sichert dir früh die ersten Unterstützer und kann dir spannende Impulse geben.

Zudem reichen oft auch einfache Mittel, deine Geschäftsidee online deiner Zielgruppe zu präsentieren und die Reaktionen zu testen. So gewinnst du wertvolle Erkenntnisse für die weitere Entwicklung – und oft auch schon die ersten Interessenten, die nur auf das fertige Produkt warten. 

Wie du dabei konkret vorgehen kannst, erfährst du in meinem Artikel „15 verblüffend einfache Wege, deine Geschäftsidee zu testen“. 

Wenn du noch mehr wissen möchtest und dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung wünschst, die dich von der Geschäftsidee bis zum erfolgreichen Start und darüber hinaus führt, dann kann ich dir mein Buch mit Online-Kurs How-To-Start-Smart ans Herz legen. Am 1. Mai geht es los!

Ich weiß, dass ich mit diesem Artikel ein heikles Thema anspreche. Deshalb schreib mir deinen Kommentar, wie du dazu stehst. Teile den Artikel, wenn er dir gefallen hat. 

Und dann wünsche ich dir viel Erfolg und einen starken Glauben an deine Geschäftsidee! 

Lass uns die Welt verändern!

Unterschrift Matthias Barth

 

Teil 1 und 2 meiner Gründer-Tipps, die in keinem Lehrbuch stehen
 findest du hier:

Zu Teil 1: Beginne mit der richtigen Frage Zu Teil 2: Mit weniger mehr erreichen 

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Für die Winkelvoss-Zwillinge hat es sich ja trotzdem gelohnt. Es bedarf zwar, dem Gang zum Anwalt, aber es hat sich ausgezahlt. 65 Millionen US-Dollar für eine Idee ist kein schlechter Schnitt.

    Antworten

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